Eine neuartige Vergärungsanlage für Grüngut soll in Tägerwilen entstehen. Die federführende Renergon International AG, Lengwil, rechnet mit einem Baustart im laufenden Jahr. Bereits ab 2019 soll die Anlage Biomethan ins Kreuzlinger Netz liefern und hochwertigen Dünger herstellen.

Realisierung unserer neuartigen Feststoffvergärungsanlage ist ein Leuchtturmprojekt für die Schweiz», erklärt Renergon-Präsident KarlHeinz Restle. Das Anlagenkonzept sorge dafür, dass Grüngut und biogene Reststoffe vor ihrer Verwertung energetisch genutzt werden. Damit folge man den Leitlinien des Biomassekonzepts Thurgau. Ein wesentlicher Vorzug der geplanten Anlage ist, dass sie Biogas produziert, das nach der Aufbereitung zu Biomethan ins Gasnetz der Technischen Betriebe Kreuzlingen eingespeist wird. Es handelt sich also um Biogas aus der grünen Tonne, und damit sei die Stadt Kreuzlingen eine der ersten Gemeinden der Schweiz, die den angebotenen Biomethananteil zu 100 Prozent aus eigenem Biogas anbieten könne, betont Restle. Nachdem alle nötigen Verträge vorliegen, ist auch der Weg frei für den erfolgreichen Abschluss der Finanzierungsrunde. Die Baubewilligung liegt bereit. Die von der Renergon entwickelte Biogasanlage setzt auf die Feststoffvergärungstechnologie und besteht im wesentlichen aus garagenähnlichen Fermenterboxen und einem Perkolattank. In einem zweiphasigen Prozess, als «Renergon Simultaneous Digestion» (RSD) bezeichnet, wird durch mitgeführte lösliche Stoffwechselprodukte Biogas gebildet. Gegenüber konventionellen Flüssiganlagen hat diese Technologie wesentliche Vorteile. Sie sorgt für eine hohe Prozessstabilität. „Die Vergärung ist stabil und geruchsarm, und die Gärreste sind schliesslich als wertvolle organische Dünger mit einer hohen Nährstoffverfügbarkeit verwendbar“, unterstreicht Restle den Kreislaufgedanken. Die Anlage in Tägerwilen dürfte damit auch ein Anschau-. ungsbeispiel für internationale Märkte werden, verspricht sich Restle. Die Feststoffvergärungstechnologie der Renergon ist bereits in Indonesien, Indien und China auf grosses Interesse gestossen.

Quelle: Kreuzlinger Nachrichten Okt 2018