Pferdemist entsorgen in der Biogasanlage

Pferdemist entsorgen, nur wie? Egal ob Zuchtbetrieb, Reitschule oder Pensionsstall: Viele Betriebsleiter stellen sich diese berechtigte Frage, denn auf einer Reitanlage kommt einiges an Pferdemist zusammen. In Lehrte, Niedersachsen, verwerten die beiden Landwirte Bartels und Boedecker in einer Feststoffvergärungs-Biogasanlage (Garagenfermenter) den Pferdemist wirtschaftlich erfolgreich und ökologisch nachhaltig.

Das Pferd ist als Hobby- und Freizeitpartner aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Ein Pferd produziert bis zu 50 kg Mist pro Tag. Bei etwa 1,2 Millionen Pferden allein in Deutschland ist das eine riesige Menge. Nicht nur das Pferd selbst, sondern auch dessen Mist ist zu einem Wirtschaftsfaktor geworden. Diesen Pferdemist entsorgen zu können stellt Reitställe, Gestüte und Landwirte vor eine große Aufgabe. Zudem ist gemäß der aktuellen Düngeverordnung eine Mistplatte Pflicht und an Verfahren wie die Feldrandkompostierung kaum mehr zu denken.

Nicht nur bei der Entsorgung von Pferdemist, sondern auch bei der energetischen Verwertung von Reststoffen rückt die Biogasanlage in den Fokus. Durch Vergärung von stapelbarem Mist aus der Tierhaltung und anderen organischen Abfallstoffen wird Biogas gewonnen, das während des Verbrennungsprozesses in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) in Strom und Wärme umgewandelt wird. Pferdemist, der vor allem in größeren Betrieben in rauen Mengen anfällt und in konventionellen Flüssig-Biogasanlagen nicht optimal verwertet werden kann, verursacht zunehmend Kosten für die Entsorgung.

Das enorme Potenzial von Pferdemist wird aktuell noch selten zur Energiegewinnung genutzt. Neben der Energie entsteht ein organischer Dünger (Pferdemist-Gärgut). Dieser sorgt neben der Düngewirkung für Mehrerträge zur Verbesserung der Bodenstruktur. Das Gärgut erhöht den Humusanteil auf den Ackerflächen ohne diesen den Stickstoff und Feuchtigkeit zu entziehen (im Vergleich zum Unterpflügen von Stroh). Der Humus auf den Feldern verbessert die Wasserspeicherkapazität des Bodens, weshalb in trockenen Zeiten ≥ 50% der Ernteausfälle vermeidbar sind.

Pferdemist entsorgen in der Praxis

In Lehrte verwerten die beiden Landwirte Bartels und Boedecker Pferdemist aus der Region in einer 75kW Hofanlage. Wie wirtschaftlich erfolgreich und ökologisch nachhaltig diese Entsorgung ablaufen kann, zeigt dort das Landwirte-TeamUnser einzigartiger Problemlöser zum Thema „Pferdemist entsorgen“ ist ein Leuchtturmprojekt für die gesamte Branche. Zum Artikel vom LAND & FORST >>

Die RSD-S Kompaktanlage lässt die Entsorgung und Verwertung wirtschaftlich erfolgreich und ökologisch nachhaltig ablaufen. Das belegen auch zahlreiche Beispiele unserer Kunden. Mit unserer Hofanlage, basierend auf der rechtlichen Grundlage der 99kW (75kW) Gülle-Kleinanlage (nach EEG 2021, Deutschland), bieten wir Landwirten die Möglichkeit zum Pferdemist entsorgen, sowie mit Nebenprodukten wertvollen Mehrwert zu generieren und über Jahre eine fest kalkulierbare Einnahmequelle für eine langfristige Perspektive ihres Betriebs aufzubauen.

> Zur Produktseite „Gülle-Kleinanlage 99kW“

Unsere Biogas-Kleinanlage ist die clevere Investition zur dezentralen Strom- und Wärmegewinnung sowie der Entsorgung von Festmist. Die kompakte Trockenvergärungsanlage RSD-S bietet erprobte Technologie auf kleinstem Raum, wirtschaftlich in der Anschaffung und effizient im Betrieb.

Pferdemist entsorgen in der Biogasanlage

Güllekleinanlage nach EEG 2021

Seit dem EEG 2021 gibt es eine gesonderte Regelung für Gülle-Kleinanlagen ≤ 100kW installierter elektrischer Leistung. Sie erhalten einen festgesetzten Einspeisetarif für produzierten Strom und sind von der Pflicht zur Direktvermarktung ausgenommen. Für den Anspruch auf Vergütung müssen in den Anlagen mindestens 80% Gülle bzw. Säugetier-Stallmist eingesetzt werden (bis zu 20% Geflügelmist erlaubt) zudem entfällt die Pflicht eine Verweilzeit der Biomasse von 150 Tagen im gasdichten System zu gewährleisten. Mit dem Einsatz von Pferde- und Rindermist wird diese Voraussetzung entsprechend erfüllt.

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Welchen Effekt hat das Gärgut (Gärrest) auf Böden?2022-02-16T11:15:44+01:00

Neben der Düngewirkung durch Nährstoffe zeigt sich in der praktischen Anwendung, die eine Verbesserung der Bodenstruktur mitsamt der stetigen Erhöhung des Humusanteils auf den Ackerflächen. Dieser Humusaufbau verbessert dabei die Wasserspeicherkapazität des Bodens drastisch. Deshalb werden in trockenen Zeiten bis zu 70% der Ernteausfälle vermeidbar.

Welche Mindestmenge an Substraten benötigt die RSD-S Kleinanlage?2022-02-16T11:22:11+01:00

Um einen wirtschaftlichen Betrieb darzustellen, muss man mit etwa 4.500 Tonnen pro Jahr an stapelbaren organischen Reststoffe, wie z.B. Bioabfall, Grüngut, Festmist (Pferd, Schwein, Rind, Geflügel), Bioabfälle, Erntereste, Stroh usw. rechnen. Grundsätzlich kann die Anlage auch mit weniger Material betrieben werden.

Wieviel Platz benötigt die RSD-S Kleinanlage?2022-02-16T16:56:51+01:00

Der Flächenbedarf einer Kompaktanlage mit 4.500 t/a liegt bei etwa 1.900 m2

Fermenterboxen, Vorplatz, Technik, Perkolattank, Gasnutzung: ~ 1.750 m2
Gärprodukt-Abtropffläche: ≥ 150 m2
Festmistlagerfläche: je nach Anlieferung
Kompostierung: je nach Verarbeitung

Eignen sich Biogasanlagen zur Entsorgung von Pferdemist?2022-01-31T15:39:30+01:00

Faserreiche Biomasse, wie z.B. strohreicher Stallmist, wird bisher nur wenig zur Energiegewinnung verwendet. Meist verrottet diese in der Landschaft oder wird in einer Kompostierung „entsorgt“, ohne die darin enthaltene Energie z.B. in einer Biogasanlage zu nutzen. Der Grund hierfür ist, dass diese faserreiche und möglicherweise störstoffbelastete Biomasse (z.B. Sand, Steine, Metalle, Plastik …) in einer Nassvergärung zur Bildung von Schwimm- und Sinkschichten neigt, was zu erhöhtem Stromverbrauch und Wartungsaufwand führt.  Des Weiteren sind Verstopfungen von Rohrleitungen sehr wahrscheinlich und Pumpen sowie Eintragstechnik der Flüssigbiogasanlagen müssen häufig gewartet werden. All dies schränkt die Verfügbarkeit dieser Anlagen bei Einsatz von faserreichen Substraten erheblich ein und führt zu hohen Betriebskosten. In der Feststoff-Fermentation von Renergon gibt es diese Nachteile nicht. Neben der gewonnenen Energie wird zudem der Mist zu einem wertvollen bodenverbessernden Humus Dünger aufgewertet.

Was kann ich mit dem Gärrest anfangen?2022-01-31T15:39:38+01:00

Das Gärprodukt wird schliesslich aus schwer abbaubaren, relativ stabilen organischen Substanzen, mineralischen Nährstoffen und einem gewissen Wassergehalt gebildet. Die absoluten Nährstoffgehalte in der Frischsubstanz ändern sich durch die Fermentation nur unwesentlich. Was am Ende in den Fermentationsprodukten an Nährstoffen enthalten ist, hängt natürlich von den Ausgangssubstraten ab. Wie das Gärprodukt verwendet wird, bzw. werden muss hängt auch von dem Ausgangsmaterial ab. Während das Gärprodukt aus der 99 kW Güllekleinanlage direkt als Dünger auf die Felder ausgebracht werden darf, sind grössere Anlagen und auch Anlagen die als Abfall deklarierte Stoffe einsetzen wie Grüngut und Bioabfall verpflichtet eine Kompostierung an die Vergärung anzuschliessen.

Was sind die Vorteile einer Feststoffvergärung gegenüber einer Flüssigvergärung?2022-02-16T11:27:45+01:00

Die grössten Vorteile der Trockenvergärung liegt in den geringen Anforderungen an das Substrat. Dieses kann Verunreinigungen enthalten, die nach dem Prozess als Reststoffe übrigbleiben, und ist weniger abhängig von Partikelgrössen und Faserhaltigkeit. Als Beispiel sei häuslicher Bioabfall, der häufig Reststoffe wie Verpackungsmaterialien enthält, oder Pferdemist mit Hufeisen oder Halftern, die Rührwerken grosses Schäden anrichten können. Darüber hinaus ist Biomüll beispielsweise kein Lebensmittel, wodurch sich die häufig in diesem Zusammenhang aufkommende Tank- oder Teller-Debatte auflöst.

Trockenvergärung beginnt dort wo herkömmliche die Flüssig-Biogasanlage- und Pfropfenstromanlage an ihre Grenzen stösst. Die Trockenvergärung hingegen ermöglicht die Vergärung trockener und faseriger Substrate (Trockensubstanz TS-Gehalt : 20%-55%), die in anderen Systemen oft zu Problemen führen.

Der Prozess läuft im Batch-Verfahren ab und liefert eine kontinuierliche Biogasausbeute. Die Anlagen bestehen aus einzelnen Fermenterboxen (Garagenfermenter), die in einem festgelegten Zyklus befüllt und entleert werden. Der manuelle Aufwand ist dabei äusserst gering, da neben der einfachen Lade- und Entladetätigkeit, selten eine Vorbehandlung des Substrats (Zerkleinerung, Schreddern) nötig ist. Zudem wird das Substart über die gesamte Verweilzeit (18-21 Tage) nicht bewegt. Es sinkt die Störanfälligkeit, sowie der Wartungsaufwand der Technik, da keine anfällige Rühr- und Pumptechnik (Vermeidung Schwimm- und Quellschichten) verwendet wird.

2022-01-31T16:09:01+01:00
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